Mit Sandra Frauenberger übernimmt am 26. Jänner eine Politikerin den Posten der Stadträtin für Gesundheit und Soziales, die bereits 9 Jahre Erfahrung in der Stadtregierung hat – in der aktuellen Krisensituation hat der Bürgermeister nicht etwa auf das Personal der ärztlichen Kompetenz gesetzt, das die Wiener Sozialdemokratie ja durchaus aufzuweisen hätte – sondern sich für eine politikerprobte Gewerkschafterin entschieden. Der klare Auftrag lautet: Das unglaubliche Chaos in der Wiener Gesundheitspolitik – und hier vor allem im Krankenanstaltenverbund KAV – muss ganz rasch ein Ende finden!

Runder Tisch dringend nötig

Die Probleme sind derart massiv, dass ich mich gezwungen sehe, umgehend von der neuen Stadträtin die Einberufung eines „Runden Tisches“ zu fordern. Dieses Instrument der politischen Repertoires hatten bereits Stadträte wie Alois Stacher oder Sepp Rieder wiederholt angewendet – und das Wissen und die Erfahrungen der Wiener Ärztinnen und Ärzte erfolgreich einbezogen. Die Liste der aktuellen Probleme ist elendslang. Am Anfang der Auseinandersetzung muss eine ehrliche und offene Benennung derselben stehen.

Vom Master- zum Desasterplan 2030

Das Krankenhaus Nord – uns allen von der Politik seinerzeit als „Lokomotive des Spitalskonzeptes 2030“ verkauft – ist in Bezug auf Termin – und Kostenwahrheit längst zum schmuddeligen kleinen Bruder des Berliner Flughafens mutiert. Terminisierte Übersiedlungen finden nicht statt – der Reinvestitionsbedarf an den alten Standorten steigt – und Top – Spitäler wie das Donauspital, die Krankenanstalt Rudolfsstiftung oder das Krankenhaus Hietzing werden durch unsinnige Abteilungsverlegungen – und Schließungen heruntergefahren. Jahrelange Versäumnisse der völlig überfordertern KAV – Führung – Stichwort Strahlentherapie – werden statt im Management im Rahmen einer Parteivorstandssitzung quasi mit der Brechstange gelöst – das gibt’s wirklich nur in Wien!

Janßen muss gehen – er kann es nicht!

Seit Februar fordere ich immer wieder den Rücktritt des völlig überforderten KAV-Generaldirektors. Sie erinnern sich? Eine der zentralen Forderungen des Spitalsärztestreiks am 12. Septemeber 2016 lautete „Austausch des unfähigen KAV-Managements“ – und das völlig zurecht, wie uns GD Janßen nahezu täglich beweist – er kann es einfach nicht!

Kostenersatz für Wahlärzte und Erhalt der Nebenbeschäftigung für Spitalsärzte – Aufwertung der niedergelassenen Haus- und Fachärzte

Meine klare Botschaft an die neue Stadträtin: Ich werde für die Interessen aller Wiener Ärztinnen und Ärzte kämpfen – egal ob im Spital oder in der Ordination. Als erste wichtige Maßnahme ist die Wertschätzung für unsere Arbeit wiederherzustellen, die in den letzten Jahren so massiv gelitten hat.

Leistung muss sich lohnen

Und noch eines ist klar: Wir arbeiten bereits sehr intensiv an modernen Modellen der ärztlichen Tätigkeit in dieser Stadt – ich fordere dafür allerdings unüberhörbar auch die entsprechende Honorierung für jeden einzelnen Arzt in dieser Stadt – und werde keinesfalls damit einverstanden sein, dass die Gesundheitsversorgung in Wien zum Geschäftsmodell internationaler Konzerne wird!!!