Fürchtet Euch nicht!

Die Spitalsärztevertreter der VEREINIGUNG erhalten Rückmeldungen, dass die Einschüchterungsversuche der KAV-Führung nicht wirkungslos bleiben. Daher wollen wir nochmals ein für allemal klarstellen:

Der Arbeitsrechtsexperte Prof. Franz Marhold – übrigens der Bruder jenes KAV – Generaldirektors, der immer von der medizinischen Kernkompetenz des Konzerns gesprochen hat, wenn es um die Ärzte und die Pflege ging – hat am Mittwoch bei der Informationsveranstaltung an der WU vor mehr als 400 KollegInnen – auch auf Video festgehalten – folgendes erklärt:

DAS STREIKRECHT  STEHT ALS EUROPÄISCHES RECHT UND ALS VERFASSUNGSRECHT IN  ÖSTERREICH GANZ EINDEUTIG ÜBER DEM DIENSTRECHT!

„Jeder Jus-Student lernt bereits im ersten Semester, dass ein Verfassungsrecht ein einfaches Recht wie das Dienstrecht der Gemeinde Wien bricht“ – wörtliches Zitat von Prof. Marthold. Wir gehen also zuversichtlich davon aus, dass diese Tatsache auch in der Rechtsabteilung des KAV bekannt sein muss!

Das heisst also auf wienerisch übersetzt: 

WENN GESTREIKT WIRD, KANN SICH DAS DIENSTRECHT BRAUSEN GEHEN!

Das Wesen eines Streiks ist ja gerade, dass man die Anweisungen und Dienstvorschriften des Dienstgebers NICHT beachten muss – daher KANN JEDER (außer die zum Dienst eingeteilte  Dienstmannschaft) am STREIK teilnehmen – NIEMAND muss sich abmelden oder irgendwo eintragen!

Wer streikt, hat keinen Anspruch auf Bezahlung – daher ist es durchaus verständlich und zulässig, wenn der KAV versucht, die Namen der Streikenden zu erfahren (etwa durch Meldung der Vorgesetzten oder Sekretariate). Der Dienstgeber muss ja wissen, welchen Dienstnehmern er die Streikstunden vom Gehalt abziehen soll – mit jeder disziplinären Maßnahme würde er den Gang vor das Arbeitsgericht riskieren und dort mit absoluter Sicherheit verlieren!!!

FÜRCHTET EUCH NICHT – ES KANN UND WIRD NICHTS PASSIEREN!

Und wenn doch, freuen wir uns schon auf die interessanten Prozesse vor dem Arbeitsgericht (Rechtschutz gewährt jedem Einzelnen von Euch die Ärztekammer!), die der KAV allesamt verlieren wird!  Das hat Prof. Marhold eindeutig klargestellt!

Also nochmals ganz klar: 

WIR SEHEN UNS ALLE am Montag vor dem Cafe Prückl  –  es kann kein Fehler sein, dort dabeizusein!!!

Ceterum censeo:
Es mag einzelne KollegInnen geben, die in einzelnen Monaten durch viele 200% Überstunden tatsächlich Gesamtgehaltssteigerungen von 30 – 50% erzielt haben (wie in der berühmten Hochglanzbroschüre des KAV vorgesehen!). Von 30 – 50 % Gehaltserhöhungen für die gesamte Ärzteschaft zu sprechen, ist allerdings grobes „dirty campaining“ – daher fordern die Vertreter der VEREINIGUNG  im Streikkomitee:

Keine Aufnahme von Gesprächen mit der Stadt Wien,  bevor die 30 – 50% Gehaltslüge öffentlichkeitswirksam zurückgenommen worden ist!